Huch, heute kommt der Lehrer in Uniform?
Die Schüler vom Oberstufenzentrum Teltow (OSZ) staunten, als sie morgens
gegen 9 Uhr in den Klassenraum kamen. Am Pult stand nicht ihr Lehrer,
sondern Jugendoffizier Alexander von der Bundewehr. Der Hauptmann ist auf
Einladung der Schule gekommen, um die Berufsschüler 90 Minuten in
Sicherheitspolitik zu unterrichten.
„Wir kooperieren schon lange mit der Bundeswehr“, sagt Christian
Schwießelmann, Lehrer für Wirtschafts- und Sozialkunde. „Wir haben gute
Erfahrungen mit den Jugendoffizieren gemacht. Seit dem Ukraine-Krieg ist wohl
allen klar geworden, dass ein Radikal-Pazifismus auch nicht hilft. Die
Bundeswehr ist ein Teil des Staates. Ich finde es notwendig, dass eine
Gesellschaft verteidigungsfähig ist. Und wenn niemand für die Gesellschaft
einstehen möchte, wird sie wohl nicht bestehen.“
Klare Worte vom Lehrer, klarer Auftrag für den Jugendoffizier: Die Schüler
informieren, aufklären, erklären. Wie wird Außenpolitik gemacht? Wer
entscheidet über Auslandseinsätze der Bundeswehr? Was ist Diplomatie? Was hat die Wirtschaft damit zu tun? Wieso können Informationen eine Waffe sein?
Sind Drohnen-Kriege ethisch verwerflich?
Der Jugendoffizier zeigt Schaubilder, stellt Fragen, regt zur Diskussion und zum Nachdenken an. Die etwa 20 Schüler hören konzentriert zu, machen mit, staunen manchmal, fragen nach und möchten mehr wissen. Nicht auf alle Fragen gibt es die eine richtige Antwort. Die Welt ist komplex. Politik und Kriege auch.
Der Schüler Elias beteiligte sich rege am Unterricht. Hinterher sagt der 19-
Jährige: „Ich bin positiv überrascht. Ich dachte, der Jugendoffizier hat eine feste politische Meinung und würde versuchen, uns davon überzeugen zu wollen.
Aber das war nicht so. Er war neutral, oft auch kritisch. Es war spannend, ich habe gerne zugehört und fand es auch gut, dass er uns die ganze Zeit
einbezogen hat.“
Sein Klassenkamerad Jean-Luca fasst den Vortrag mit „Es war viel cooler als erwartet“ zusammen. „Ich dachte, wir werden jetzt für die Bundeswehr
angeworben, sagt der 18-Jährige. „Aber das war überhaupt nicht so. Wir haben echt viel über Sicherheitspolitik erfahren. Es war richtig interessant und vor allem neutral. Das fand ich gut.“

Jugendoffizier Alexander mit Christian Schwießelmann, Lehrer für Wirtschaftsund Sozialkunde am Oberstufenzentrum Teltow

Der Hauptmann mit den OSZ-Schülern Elias und Jean-Luca

Hauptmann Alexander bezieht Schüler in die Diskussion zum Thema
Sicherheitspolitik ein

Der Jugendoffizier bei seinem Vortrag vor etwa 20 Schülern des OSZ-Teltow
(Fotos und Text: #landeskommandoBB / G. Kwasny und C. Drechsler)

