OSZ Technik Teltow

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News-Archiv Schuljahr 2016/17

20. Juli 2017

Von jungen Hüpfern und alten Hasen – Sportfest 2017

Manchmal wird man überrascht.
Ob das Fahrrad eine Bremse hat, fragt er mich. Ich gucke etwas irritiert, bin mir im ersten Moment gar nicht sicher, dann aber im Brustton der Überzeugung. „Ja klar, die Station heißt Fahrradsteher, da muss man bremsen, sonst ist man ja nicht langsam genug.“ – „Das kann ich eigentlich.“, sagt Nils Struckmann, Veranstaltungstechniker im zweiten Lehrjahr. „Ja, ja“, erwidere ich, „aber es geht eben darum, wie lange du dich auf dem Fahrrad auf dieser kurzen Strecke halten kannst .“ Bedeutungsschwer gucke ich auf den vielleicht drei Meter kurzen Abschnitt auf der Laufbahn des Stadions. Er guckt etwas erstaunt und sagt: „Eigentlich ohne Zeitbegrenzung.“ – Gesagt, getan. Nils steht. Fahrrad steht. Natürlich miteinander. Endlos. Nach gut fünf Minuten und neuem OSZ-Rekord nötigen wir ihn vom Rad, selbstredend vor allem aus Rücksicht vor möglicher Demotivation der anderen armen Würstchen, die diese Station mit ihren profan begrenzten Möglichkeiten auch mal ausprobieren wollen.

Bei den Mannschaftssportarten des diesjährigen Sportfestes hingegen bahnte sich in meinen Augen einen Generationenkonflikt an. Den etwas verbissenen Siegesblick der Lehrermannschaft lasse ich mal unkommentiert, will aber erklären, dass der Kollege Huster mir konkret den Unterschied zwischen den Namensbezeichnungen der Anlagenmechaniker im ersten und dritten Lehrjahr definieren konnte, zwischen denen sich folglich auch das berufsgruppenreine Finale des Fußballturniers entscheiden sollte. Hier waren – anders als beim Volleyball – die Youngster im Vorteil: die SHK61 holte die Trophäe souverän.

Während ich es fast immer schaffte, der Stadionsprecherin Katrin Nehls auszuweichen, um ihren Fragen zu entgehen, gelang dies nicht allen, vor allem nicht den jungen neuen Kolleginnen und Kollegen der Lehrerschaft. Sie erhielten zu ihrer sichtbaren Freude ausführlich die Möglichkeit, sich bei allen Sportern vorzustellen, akustisch verstärkt durch die Azubis der VTE51 an der Tontechnik. Alte Hasen mit weniger Lampenfieber waren auch zugegen, so unterstützte Herr Wehnert die Grillcrew Werner/Pinno und Frau Stiehl die Kaffeecrew Peschek/Rüdiger. Große Unterstützung erfuhren wir in diesem Jahr auch von Frau Kühn und Frau Scherz vom Landkreis Potsdam-Mittelmark. Sie unterstützten die Betreuung von Schülern, organisierten eine Saftbar, die in Kooperation mit einer Krankenkasse frische Säfte kostenlos unter die Massen brachte, eine Rückenschule und Angebote der Suchtprävention.

Übrigens: beim Slackline, diesem windigen Biest, das – aufgespannt zwischen zwei stoischen Kiefern – dafür sorgt, dass man nach wenigen Zentimetern den Boden unter den Füßen und dann auch noch die Orientierung verliert, erlebe ich ein letztes Highlight des Tages. Protagonist meines Sportfilms ist, wie es sich für eine gute Dramaturgie gehört, mein Held des Anfangs. Veranstaltungstechniker Nils Struckmann steht auf dieser orangefarbenen Schlange, die bedrohlich zittert, wabert, nach allen Seiten ausweichen will, um den Eindringling abzuwerfen wie einen fremden Organismus. Aber Nils läuft. Und läuft. Ruhig. Von einer Seite zur anderen und wieder zurück - und so weiter. 34 Meter oder so. Am Ende bleibt er auch noch in der Mitte dieses Ungetüms stehen, fängt an, nach oben und unten Schwung zu holen, spingt tatsächlich in die Luft und kommt auf dem Band wieder zum Stehen.
Manchmal wird man überrascht.

Stefan Röske

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